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Auf diesem Blog erscheinen Meinungsbeiträge, Rezensionen und Analysen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Kultur & Kunst, Gesellschaftspolitik, Parteien sowie jüdisches Leben. Zudem finden Sie hier Interviews aus meinem Podcast Kunst der Freiheit.
Ich bin Sozialwissenschaftler, Gestalter und Berater mit drei Dekaden Erfahrung in Politik, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung.
Name und Idee des Blogs sind angelehnt an Karl Marx' Wendung der »Kritik im Handgemenge« - distanzierte Beobachtungen vom Spielfeldrand können andere machen. Mich interessiert die direkte aber reflektierte Auseinandersetzung, die Stellung bezieht und sich entsprechend bewähren muss im »Handgemenge« der realen Verhältnissen unserer Zeit.
„Aber auch die Kritik braucht ein Gegenstand, ein Material. [...] Sie ist kein Maßstab, sie ist kein Dogma, sondern Kritik im Handgemenge.“ (K. Marx)
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07.01.2026 / RezensionRechte Gewerkschaftskampagnen als strategische Intervention in der ArbeitsweltRechtsextreme Mobilisierungen in der Arbeitswelt sind kein randständiges Phänomen. Sie greifen in betriebliche Konflikte ein, verschieben Deutungen von Solidarität und adressieren gezielt Beschäftigte und Interessenvertretungen. Die bei der Hans-Böckler-Stiftung erschienene Studie "Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts" der Kulturwissenschaftlerin Daphne Weber analysiert diese Interventionen empirisch präzise und zeigt, wie rechte Akteure betriebliche Strukturen, gewerkschaftliche Auseinandersetzungen und soziale Konfliktlagen strategisch nutzen. Die hier vorgelegte Rezension ist Teil einer Doppelrezension, gemeinsam mit dem Sammelband "Haltung zeigen - Demokratie stärken".
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07.01.2026 / RezensionHaltung zeigen – Demokratie stärkenDebatten über demokratische Verantwortung von Unternehmen gewinnen an Bedeutung, seit autoritäre und rechtsextreme Positionen in Wirtschaft und Gesellschaft an Einfluss gewinnen. Der Sammelband "Haltung zeigen – Demokratie stärken" diskutiert, unter welchen Bedingungen Unternehmen, Kammern und wirtschaftliche Organisationen Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen oder sich auf Neutralität zurückziehen. Diese Rezension des Sammelbandes steht in einem Zusammenhang mit einer auf diesem Blog vorgenommenen parallelen Besprechung der Studie "Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts", die bei der Hans-Böckler-Stiftung erschienen ist.
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07.01.2026 / RezensionKonfliktzonen der Demokratie: Betrieb, Unternehmen, VerbändeDie wiederkehrenden Debatten über den Umgang wirtschaftlicher Akteure mit der AfD – etwa die Auseinandersetzungen um Positionierungen und Gesprächsangebote des Mittelstandsverbands Die Familienunternehmer – verdeutlichen, wie umstritten, inkonsistent und strategisch ungeklärt der Umgang der Wirtschaft mit rechten Parteien und autoritären Diskursen weiterhin ist. Dabei wird sichtbar, dass punktuelle Distanzierungen oder wohlfeile Bekenntnisse zu Demokratie nicht ausreichen, solange sie nicht durch tragfähige Analysen, institutionelle Strategien und klare Kriterien unterfüttert werden. Vor diesem Hintergrund sind zwei jüngst und kurz aufeinanderfolgend erschienen Publikationen von Interesse, die sich diesem Kontext aus unterschiedlichen, aber gleichwohl im Zusammenhang stehenden Perspektiven widmen. Beide Publikationen bespreche ich hier auf diesem Blog.
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02.01.2026 / Wirtschaft & FinanzenDie fünf Legenden der NiedergangsrhetorikEine Erwiderung auf den Gastbeitrag des Hauptgeschäftsführers der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände im Handelsblatt: "Die fünf Lebenslügen der Deutschen".
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26.12.2025 / Interview aus dem Podcast »Kunst der Freiheit«Kunst im Bürger:innenauftragAlexander Koch, Kurator, Autor und Mitbegründer der Berliner Galerie KOW, ist Direktor der GESELLSCHAFT DER NEUEN AUFTRAGGEBER – eines Projekts, das in Deutschland relativ neu ist, aber bereits europaweit für Aufmerksamkeit sorgt. Denn: Bei den Neuen Auftraggebern kommt die Initiative für Kunstwerke nicht von Museen, Kurator:innen oder Mäzen:innen, sondern von Bürgerinnen und Bürgern selbst. In meinem Podcast KUNST DER FREIHEIT sprachen wir über die Entstehung und das Selbstverständnis der Neuen Auftraggeber sowie über konkrete Projekte künstlerischer Selbstermächtigung, ob in Mönchengladbach oder Züsedom. Denn viele Menschen wollen mehr Mitsprache bei Belangen, die sie direkt etwas angehen. Kunst im Bürger:innenauftrag schafft diesem Anspruch Raum und Geltungskraft. Das Gespräch ist nun auch nachlesbar.
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23.12.2025 / Rezension„Der Kobalt-Kanzler“ – ein AlbtraumromanEin Roman über einen Wahlsieg der AfD und eine blau-schwarze Bundesregierung weckt zwangsläufig Erwartungen: an politische Plausibilität, an institutionelle Logik und an ein Mindestmaß an Realitätssinn. Hans-Ulrich Jörges’ Der Kobalt-Kanzler erfüllt keine davon. Das Buch entwirft zwar ein vermeintlich aktuelles Szenario, verliert aber bereits auf den ersten Seiten jeden Bezug zu realen politischen Abläufen und verstört mit sexistischen Altherren-Phantasien.
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18.12.2025 / GesellschaftWirtschaftspolitik aus Sicht ökonomischer EngführungIn der Zeitschrift »Perspektiven der Wirtschaftspolitik«, herausgegeben vom Verein für Socialpolitik, erschien im November der Aufsatz „Wirtschaftspolitik aus Sicht ökonomischer Laien. Zum Zielkonflikt zwischen ökonomischer Vernunft und Wählerpräferenzen“. Er ist ein prototypisches Beispiel für eine wissenschaftliche Argumentation nach dem Palmströmschen Prinzip: "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf", aus Sicht der Stiftung Familienunternehmen und des arbeitgebernahen Wirtschaftsinstituts IW Köln.
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12.12.2025 / RezensionIn der Klassengesellschaft den Traum vom besseren Leben träumenÜber Jahrzehnte galt die Bundesrepublik Deutschland als Gesellschaft der Mitte. Begriffe wie Klasse oder Kapitalismus erschienen anachronistisch, ideologisch belastet oder politisch unpassend. Stattdessen prägten Erzählungen von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ und der sozialen Marktwirtschaft das Selbstverständnis. Nicole Mayer-Ahuja zeigt in: "Klassengesellschaft akut" die Aktualität von Klasse und Kapitalismus als Beschreibungen der Gegenwart – und ihrer Veränderbarkeit.
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08.12.2025 / Gesellschaft„Vertraue, aber prüfe nach“ – Vertrauenskultur als Schlüssel erfolgreicher StaatsreformDer Ruf nach Entbürokratisierung ist unüberhörbar – und angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen zweifellos berechtigt: Wenn der Eindruck entsteht, dass der Staat nicht mehr handlungsfähig ist, weil Verfahren zu lange dauern, kann die Demokratie gefährdet sein. Das diesjährige 30. Berliner Gespräch des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten fragte unter der Überschrift: "Vom Wert der Planung in unsicheren Zeiten" nach dem Wert der Planung und den dafür notwendigen Rahmenbedingungen in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte zunehmend unter Druck geraten. Ich war als Inputgeber eingeladen und stelle hier meine Präsentation zur weiteren Debatte zur Verfügung.
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07.12.2025 / RezensionRealistische Utopien und ostdeutsche SuppenkücheBürgerschaftliches Engagement gilt oft als Ressource der Mittelschicht. Bettina Hollsteins Studie über die ostdeutsche Suppenküche legt dar, wie Menschen in prekären Lebenslagen Formen der Teilhabe entwickeln, die für die demokratische Kultur weitreichender sind, als viele Debatten vermuten lassen.
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04.12.2025 / GesellschaftWas tun? Offensiv-Fragen der ProgressivenAls Satellitenveranstaltung zum Politischen Symposium 2025 des Think Tank Progressives Zentrum findet das Gespräch "Erneuerung Mitte/Links: Wie kommen Progressive wieder in die Offensive?" statt. Dazu habe ich einige Überlegungen formuliert.
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25.11.2025 / RezensionGewerkschaften und Antirassismus im FokusNeva Löw und Peter Birke widmeten sich in einem ausführlichen Forschungsüberblick der Verbindung von Rassismus, Arbeit und gewerkschaftlicher Politik. Sie legen dar, weshalb Betrieb und Gewerkschaften zugleich Räume solidarischer Teilhabe und Arenen rassifizierter Ausschlüsse sein können. In meiner Rezension stelle ich Bezüge zu anderen jüngst veröffentlichten Texten über die umkämpfte Solidarität und rechte Kulturalisierung der Arbeit her.
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22.11.2025 / RezensionZukunftsfragen gewerkschaftlicher OrganisierungSelten waren die Zeiten so herausfordern für die Gewerkschaften wie aktuell. In der Sammelrezension betrachte ich zwei Bücher und einen Artikel, die sich empirisch und normativ der IG Metall widmen.
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21.11.2025 / RezensionTotgesagte leben länger: Daniel Bax porträtiert Die LinkeIm Goldmann Verlag legt der taz-Autor ein kluges, lesenswertes Buch über die wiederauferstandene Linkspartei vor. Seine Porträts widerlegen verkürzende Narrative eines Zufalls der linken Renaissance.
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09.11.2025 / Jüdisches LebenKnapp daneben ist auch vorbei.In der sozialistischen Tageszeitung "nd" kritisierte Raul Zelik die Kritik am Palästina-Beschluss der Linksjugend [`solid]. Nachvollziehbare Argumente stehen neben rhetorischen Pappkameraden. In meiner Antwort plädiere für eine historisch informierte linke Haltung zu Israel und Palästina, die Terror einerseits und Kriegsverbrechen andererseits benennt, ohne jüdische Staatlichkeit zu delegitimieren – und die Solidarität nicht mit ideologischer Blindheit verwechselt.
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08.11.2025 / Interview aus dem Podcast »Kunst der Freiheit«Der vergessene jüdische WiderstandIn unserer Erinnerungskultur führt der Widerstand von Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Nationalsozialismus bis heute ein Schattendasein. Darin unterschieden sich auch die alte BRD und die frühere DDR wenig voneinander. Die obszöne Behauptung, die europäischen Juden hätten sich zwischen 1938 und 1945 widerstandslos wie das arglose Lamm aus Jeremia 11, 19 zur Schlachtbank führen lassen ist weiterhin präsenter als die Namen der vielen jüdischen Frauen und Männer, die Widerstand leisteten. Umso wichtiger ist deshalb das Buch "Der vergessene Widerstand" von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt. Der Holocaust-Experte hat die vergessenen Geschichten der zehntausenden Jüdinnen und Juden zusammengetragen, die sich in Deutschland und den von den Nationalsozialisten besetzten Gebieten zusammengetragen. In meinem Podcast KUNST DER FREIHEIT sprach er über die Aktivitäten des jüdischen Widerstands und erinnert an einen beispiellosen Kampf gegen die Entmenschlichung, der zugleich ein Ringen um Würde, Kultur und das Recht zu leben war.
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04.11.2025 / Rezension»FairWandel« 1.0: Sozialer Fortschritt in der umkämpften Automatisierung»FairWandel« hat eine Vorgeschichte: In der frühen Automatisierung der 1950er und 1960er Jahre entwickelte die IG Metall Werkzeuge zur Gestaltung technologischer Umbrüche. Ralf Roth rekonstruiert die Frühphase der Digitalisierung in Westdeutschland und die Strategien der IG Metall zwischen Automatisierung, Arbeitszeitverkürzung und Mitbestimmung. Die Studie legt vergessene Erfahrungsschichten frei, die für die heutige Industriepolitik und Gewerkschaftsstrategie Relevanz besitzen. Roth zeigt, wie aus technischer Innovation soziale Politik wurde – und warum die konflikthafte, widersprüchliche und mit Fort- und Rückschritten versehene Transformation sowohl mutige Visionen als auch strategische Geduld benötigt.
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03.11.2025 / RezensionThomas Piketty und der revolutionäre Elan der SozialdemokratieDer Verlag C.H.Beck publiziert Kolumnen und ein Essay von Thomas Piketty. Der Wirtschaftswissenschaftler skizziert darin einen langfristigen Weg zu demokratischer Wirtschaftssteuerung, ökologischer Transformation und globaler Gerechtigkeit. Der Band knüpft an die historischen Leistungen der revolutionären Sozialdemokratie an und will Mut machen zu einer erneuerten, konfliktbereiten Politik der Vergesellschaftung und Umverteilung. Sein Argument: Am Beginn des 20. Jahrhunderts war der heutige Sozialstaat undenkbar. Warum soll ein demokratischer und ökologischer Sozialismus im 21. Jahrhundert Utopie bleiben? Zugleich bleibt die Frage offen, wie diese Vision den autoritären und faschistischen Gegenbewegungen begegnet, die Thomas Piketty kaum thematisiert.
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02.11.2025 / Jüdisches LebenVon moralischer Gewissheit zu historischer BlindheitDer linksparteinahe Jugendverband „Linksjugend[`solid]“ hat einen Beschluss unter dem Titel „Nie wieder zu einem Völkermord schweigen“ gefasst. Er ist durchzogen von der Dämonisierung Israels und einer Solidarisierung mit vermeintlich revolutionären Bewegungen in der Region. Wer das sein soll, jenseits von Hamas u.a. bleibt offen. Das darf nicht unwidersprochen bleiben.
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29.10.2025 / RezensionHegemoniekämpfe: Rechte Räume und emanzipatorische PraxisRechte Raumnahme zeigt sich in vielen Bereichen der Gesellschaft, weit über Infrastrukturen wie rechte Immobilien hinaus. Rechte nehmen Raum durch symbolische Aufladungen, kulturelle, performative Aktivitäten. Wie diese räumlichen Zusammenhänge zu verstehen sind und wie Progressive den Kampf um Hegemonie erfolgreich führen, hat das Autor*innenkollektiv Terra-R in einem klugen Buch beim Verlag Westfälisches Dampfboot dargelegt.